Wusstest Du, welche 18 fatale Verhaltensweisen…

… und Sichtweisen es gibt, die verhindern, dass der Hundebesitzer eine sichere Bindung mit seinem Hund aufbaut?

Das jahrzehntelange Zusammenleben mit einer großen Gruppe von Hunden im engen Familienverband zeigt mir, wie Hunde wirklich sind, was ihre Bedürfnisse sind, was sie wirklich brauchen und wie sie sich fühlen – sie sind die besten Lehrmeister! Dank ihnen habe ich gelernt, wie der Mensch sich verhalten muss, um den Hunden zu helfen, sich in unserer Welt zurechtzufinden und ein Verhalten zu entwickeln, das alltagstauglich ist.

Täglich werde ich im persönlichen Kontakt, per Telefon und per E-Mail mit Umgangsformen gegenüber Hunden konfrontiert, die mich fassungslos machen. Umgangsformen, die dem Wesen des Hundes in keiner Weise gerecht werden und die verhindern, dass der Hund seinen Besitzer als fürsorglichen Bindungspartner wahrnimmt und dass die so wichtige, sichere Bindung aufgebaut werden kann.

1) mit dem Fuß auf die Pfote treten

Wusstest Du,
dass immer noch dem Hund unterstellt wird, dass er – wenn er seine Pfote auf den Fuß des Menschen stellt – ihn dominieren würde? Wusstest Du, dass dann als Reaktion darauf empfohlen wird: „Fuß wegziehen und mit Schwung auf die Pfote des Hundes treten“? Das machen tatsächlich Hundebesitzer, und sogar Hundetrainer fordern das bei Hunden im Training, wenn sie hilfesuchend ihre Pfote auf den Fuß ihres Menschen stellen.

2) ein knurrender Hund ist dominant

Wusstest Du,
wie oft immer noch gesagt wird, dass der Hund dominant ist, wenn er knurrt? Und dass er das nur macht, weil er sich über den Menschen stellen würde?

3) den „Alphawurf“ anwenden

Wusstest Du,
wie oft immer noch der Hund aufs Kreuz geworfen wird im sogenannten Alpha-Wurf? Fatalerweise hält sich immer noch hartnäckig das schon längst überholte Modell „der Mensch ist „Alpha“, und der Hund hat über den Alpha-Wurf und über ein Bezwingen und Unterwerfen zu erfahren, dass er der letzte auf der Rangstufenleiter ist“. Eine 1-jährige Komondorhündin wurde, bevor sie traumatisiert zu uns ins Training kam, vom Hundetrainer zuvor mit Maulkorb aufs Kreuz geworfen und solange fixiert, bis sie sich vor Todesangst komplett einkotete und einnässte. Als sie dann verständlicherweise Probleme im Alltag mit Menschen bekam, wurde dies lapidar mit „ist halt ein Komondor“ allein auf die Rasse und auf eine angebliche Unfähigkeit des Besitzers geschoben. Vom Trainer wurde leider nicht reflektiert, was er ihr zuvor angetan hatte!

4) den Leinenruck anwenden

Wusstest Du,
wie oft immer noch am Halsband, Kettenwürger und auch Stachelhalsband am Hund herumgeruckt wird und ihm Schmerzen zugefügt werden? Die empfindsame Wirbelsäule, der Kehlkopf, die Luftröhre und Nerven nehmen hierbei bleibenden Schaden!

5) bewusst besonders schmerzhafte Körperstellen ausnutzen

Wusstest Du,
dass es sogar Halsbänder gibt, die ganz bewusst eingesetzt werden mit dem Ziel, dem Hund mit dem geringsten Aufwand Schmerzen zuzufügen und ihn darüber gefügig zu machen. So gibt es Halsbänder, die ein dünnes Schnürchen direkt dicht hinter dem Ohrenansatz halten, da ein Leinenruck in dieser Region besonders wehtut.

Wusstest Du,
dass immer noch mit Stachelhalsband und Elektroreizgeräten wie Teletakt gearbeitet wird? Oftmals verdeckt, sogar mit einem neutralen Stoffüberzug, damit der Besitzer sich nicht den Anfeindungen anderer Menschen aussetzt und sich rechtfertigen muss.

Wusstest Du,
wie oft dem Hund immer noch schmerzhaft in bestimmte Körperregionen – Hoden, ja, sogar Augenlider! – gekniffen wird oder Ohren oder Hautbereiche schmerzhaft gedreht werden, um ihn von unerwünschten Verhaltensweisen abzuhalten?

6) die Bedürfnisse des Hundes ignorieren

Wusstest Du,
wie sehr die Hunde darunter leiden und verzweifeln, dass ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden? Wie sehr immer noch ihr Bedürfnis nach einer sicheren Bindung ignoriert wird? Liebe ist ein Grundnahrungsmittel! So wenig wie sich Hunger über Nahrungsentzug stillen lässt, so wenig lässt sich ein Verhalten des Hundes, das dadurch entsteht, dass er sich nicht sicher gebunden fühlt und aufrichtige Liebe vermisst, mit einem Liebesentzug positiv beeinflussen!

Wusstest Du,
wie hoch sozial Hunde eigentlich sind? Und wie oft ihre sozialen Kompetenzen falsch verstanden werden? Ihnen wird nicht zugestanden, dass sie – genau wie wir – plumpe Vertraulichkeiten nicht mögen; stattdessen wird sich so oft über ihre Individualdistanz hinweggesetzt.

7) ein aggressiver Hund muss Härte spüren

Wusstest Du,
was für empfindsame, missverstandene Seelen sich besonders hinter den Hunden verbergen, die auffällig sind? Wie verzweifelt sind diese Hunde, weil sie nicht richtig verstanden werden! Komplett unverstanden sehen sie keinen anderen Ausweg mehr als in die Aggression.

Wusstest Du,
wie oft das aggressive Verhalten ein Hilfeschrei des Hundes ist, und wie sehr er auf einen fürsorglichen, fairen, souveränen und verständnisvollen Menschen angewiesen ist? Das letzte, was er braucht, sind Schmerzen und Unverständnis, um ihn zu brechen.

8) medizinische Gründe für das auffällige Verhalten außer Acht lassen

Wusstest Du,
wie oft immer noch vergessen wird, dass der Hund krank sein kann, wenn er im Verhalten auffällig ist? So oft haben die Hunde Zahn- und Ohrenprobleme, so oft haben sie Schmerzen oder haben hormonelle Probleme. Wie oft wird eine eingehende Untersuchung beim Tierarzt unterlassen, und der Ursache für ihr Verhalten nicht auf den Grund gegangen!

9) Bindung durch Festbinden

Wusstest Du,
wie oft immer noch die Bindung zum Hund falsch verstanden wird? Es wird komplett außer Acht gelassen, dass das Bindungskonstrukt Mensch-Hund nachweislich dem Bindungskonstrukt Eltern-Kind auffallend ähnlich ist! Zwecks Bindungsaufbau wird u.a. fatalerweise empfohlen, den Hund im Haus an sich zu binden, damit er einem immer nachfolgt. Wir hatten schon junge Hunde im Training, die nach nur wenigen Tagen einer solchen „Anbindung“ starke, anhaltende Verhaltensauffälligkeiten entwickelten und deren Besitzer viel Arbeit, viel Geduld und viel Gefühl aufbringen mussten, um diesen schweren Schaden einzudämmen.

10) Misshandlungen bereits im Welpenalter

Wusstest Du,
wie oft Hunde auffällig werden, die von Welpenbeinen an bei ihren Menschen leben? Soviel Welpen erfahren Unverständnis, wodurch ihre Verhaltensentwicklung ungünstig verläuft. Wie oft werden von vermeintlichen Experten Ratschläge gegeben, die einer Misshandlung gleichkommen und den Welpen nachhaltig im Verhalten und seiner Entwicklung schaden! Misshandlungen, zu denen auch das Nichterfüllen elementarer Bedürfnisse gehört, können beim Welpen und heranwachsenden Hund zu bleibenden Schäden im Stressregulationssystem führen.

11) der Hund muss sich alles verdienen

Wusstest Du,
wie oft immer noch dem Hund elementare Bedürfnisse wie Futter, Zuneigung und Sicherheit vorenthalten und ihm nur dann gegeben werden, wenn er vom Menschen definiertes, aber ihm nie verständlich gemachtes „Wohlverhalten“ zeigt? Dabei haben elementare Bedürfnisse ohne Wenn und Aber erfüllt zu werden, der Mensch hat einen Fürsorgeauftrag!

12) Was nicht passt, wird abgegeben

Wusstest Du,
wie oft immer noch der Hund abgegeben wird, weil er zieht, zu Recht schnappt, auffällig und aggressiv ist? Die Familie verstößt ihn, anstatt dass an seinem Verhalten kompetent gearbeitet wird? So oft wird immer noch vom Hundetrainer / Verhaltensberater und dem Umfeld das Abgeben als die einfachste Lösung gesehen, anstatt die Verantwortung zu tragen, ein faires Training zu beginnen und Zeit und Geduld und Feingefühl zu investieren. Es wird so oft zu wenig an einer harmonischen Entwicklung gearbeitet und gezielt eine sichere Bindung zum Hund aufgebaut.

13) den Hund in Schubladen stecken

Wusstest Du,
wie oft die Hunde und ihr Verhalten in Schubladen gesteckt werden („das ist wegen der Rasse“, „das ist wegen seiner Vorgeschichte“), anstatt in einer gewissenhaften Anamnese der wirklichen Ursache für ihr Verhalten auf die Spur zu kommen und damit ein faires, kompetentes Training individuell auf sie abzustimmen?

Wusstest Du,
wie oft dem Hund und seinem Menschen unterstellt wird „Das wird nie wieder was, bei dem Alter /  bei dem Verhalten /  bei dem was auch immer“?

14) Der Mensch muss den Hund besiegen

Wusstest Du,
wie oft Hunde immer noch falsch verstanden werden: sowohl in ihrem Ausdrucksverhalten als auch in dem, was sie mit ihrem Verhalten erreichen wollen? Wird die Ursache in einer gewissenhaften Anamnese nicht aufgespürt, dann kann auch kein auch nicht kompetent und fair an der Verhaltenskorrektur gearbeitet werden.

Wusstest Du,
wie oft immer noch vorwurfsvoll dem Menschen gesagt wird, „Du bist nicht der Alpha“, wenn der Hund knurrt? Es wird dem Menschen pauschal die Schuld zugeschoben „Weil du dich nicht durchsetzt, ist der Hund so auffällig!“ Über diese Schuldzuweisung wird versucht, den Menschen in die Herrschaftsausrichtung zu bringen, die sich allein darauf konzentriert, den Hund zu besiegen und den Menschen als vermeintlichen Sieger dastehen zu lassen.

Wusstest Du,
wie oft noch nach dem Herrschaftsprinzip vorgegangen wird und die Hunde unendlich viel Leid erfahren? Sie werden nicht verstanden und ihre Not wird nicht erkannt!

15) “Hunde gehen ja auch nicht zimperlich miteinander um”

Wusstest Du,
wie immer noch behauptet wird und schmerzhaftes und unfaires Verhalten gegenüber dem Hund entschuldigt wird mit „Das machen Hunde auch, Hunde gehen auch nicht gerade zimperlich miteinander um!“. Diese Behauptung ist jedoch absolut falsch und deckt sich nicht im Geringsten mit wirklichem Hundeverhalten! In meinem intensivem Zusammenleben mit zig Hunden seit 1996 habe ich bei ihnen noch nie Verhaltensweisen gesehen, die so hinterhältig und boshaft waren, wie das, was den Hunden vom Menschen angetan wird.

16) So viele „Experten“

Wusstest Du,
wie viele sich zum Experten erheben, nur weil sie – einfach ausgedrückt – mal gerade halbwegs komplikationsfrei einen Dackel um den Block geführt haben? Sie werfen mit so vielen fatalen Ratschlägen um sich, die großen Schaden anrichten!

Hinterfrage immer ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz! Reine Theoretiker, die sich ihr Wissen,  ihre Empfehlungen nur hinter „dem Schreibtisch“ ausgedacht haben, bringen Dich selten weiter. Was Du brauchst, ist gelebtes, bewährtes Wissen und konkrete Verhaltensempfehlungen!

17) der Austausch mit feinfühligen Gleichgesinnten fehlt

Wusstest Du,
wie oft sich feinfühlige Menschen mit ihren Hunden allein auf weiter Flur fühlen? Wie verunsichert sind oftmals diese Menschen, da sie sich mit ihrem liebevollen und achtsamen Umgang als Außenseiter vorkommen! Ihnen fehlen Gleichgesinnte und sie beginnen, an sich zu zweifeln, weil ihnen das Umfeld weismachen will, dass sie zu „weich“ sind und sie endlich mal „hart durchgreifen müssen“, um ihren Hund „in den Griff zu bekommen“.

18) der Hund erfährt großen sozialen Stress und hat keinen Halt

Wusstest Du,
dass der größte Stressor der soziale Stress ist und wie sehr es dem Hund zusetzt, wenn ihm ein verlässlicher Mensch an seiner Seite fehlt? Es ist für ihn so wichtig, dass Du ihm beistehst und ihn auffängst, ihn hältst! Egal, was er macht, es ändert nichts an Deiner Liebe zu ihm und Du leitest ihn kompetent und liebevoll an?

Der Hund ist so angewiesen auf seinen Menschen, und dieser sollte alles daran setzen, eine sichere Bindung aufzubauen. Denn die sichere Bindung ist die beste Erziehung!

Wusstest Du

dass meine Buchreihe „Ich halte Dich – ein Wegweiser für ungehaltene Hunde“ Dir so viele Fragen zum fürsorglichen und kompetenten Umgang und Training mit Deinem Hund beantwortet? Du profitierst von meinem überaus großen Erfahrungsschatz und bekommst Wissen aus der Praxis für die Praxis!