Das Brustgeschirr – nur das Beste für Deinen Hund!

Ich möchte Dir hier meinen absoluten Brustgeschirr-Favorit, das sogenannte „3-Bein-Brustgeschirr“, vorstellen. Ursprünglich gedacht für dreibeinige Hunde, hat es unschätzbare Vorzüge, so dass es auch den „Vierfüßlern“ hervorragend steht und gut tut.

Ich bin ein überzeugter Befürworter von Brustgeschirren, wenn auch nicht von jedem Modell. In diesem Beitrag liegt mein Augenmerk auf der Vorstellung meines bevorzugten Brustgeschirrs.

Die potentiellen Schädigungen bei der Verwendung eines Halsbandes führe ich nur stichpunktartig auf. Eine umfassende Zusammenstellung über die Verwendung von Halsband und Brustgeschirr findet sich im Artikel von Britta Homann-Zaun „Ein Plädoyer für das Brustgeschirr“.

Ein bestrafender Ruck sollte grundsätzlich weder über das Halsband noch über das Brustgeschirr erfolgen. Da aber auch der Hund, der sich erschreckt oder noch nicht leinenführig ist, in das Geschirr springen kann, werden bei der Verwendung eines Brustgeschirrs die Schäden so gering wie möglich gehalten.

Gefahr durch einen Ruck im Halsband

Erfolgt ein – beabsichtigt oder nicht – Ruck am Halsband, so können folgende Schäden hervorgerufen werden:
– Subluxation der Wirbelkörper (Schmerzen, Verspannung, Fehlhaltungen, Verschleißerscheinungen, Nervenschädigungen)
– Auslösen eines Horner-Syndroms (Ausfall eines Anteils eines Nervs im Bereich der Augen)
– Erhöhter Augeninnendruck
– Erhöhter Blutdruck
– Einengen bis hin zur Verletzung der Luftröhre (Husten und Röcheln)
– Schädigende Beeinträchtigung der Schilddrüse und des Kehlkopfes
– Verspannte Halsmuskulatur bis hin zu Muskelrissen

“Legitime Halsbänder”

Aus dem Grund verwende ich nur Halsbänder als doppelte Sicherung bei Angsthunden, wobei aber über das Sicherheitsgeschirr geführt wird. Das Halsband ist nur der “doppelte Boden”. Halsbänder nutze ich auch bei Hunden, sie noch so wenig Vertrauen haben, dass ihnen noch kein Brustgeschirr angezogen werden kann, ohne sich selber einer Gefahr auszusetzen. Sobald das Anziehen eines Brustgeschirrs möglich ist, wird selbstverständlich dieses genutzt.

Gegen ein “Deko-Halsband”, um daran Marken zu befestigen oder um im häuslichen Bereich schneller mal hineinzufassen, ist auch nichts einzuwenden, solange wie angenehm für den Hund zu tragen sind.

Wo „Brustgeschirr“ draufsteht…
… muss nicht immer Gesundheit drinstecken.

Es gibt eine Vielzahl von Brustgeschirr-Modellen. Nicht alle sind für den Hund angenehm, und einige können – ähnlich wie das Halsband – den Hund schädigen. Grundsätzlich bevorzuge ich die sogenannten T-Geschirre, bei denen das Geschirr dem Hund über den Kopf gezogen wird, ein Gurt zwischen den Beinen und auf dem Rücken liegt, und diese über einen Brustgurt miteinander verbunden werden.

Da ich oft zu den sogenannten Norweger-Geschirren gefragt werde, möchte ich auch kurz hierauf eingehen, zumal dies im links aufgeführten Artikel nicht erwähnt wird: Der Steg, der direkt vor dem Brustkorb verläuft, behindert die Pendelbewegung der Vorderbeine des Hundes. Zudem befindet sich der Führring sehr weit hinten am Rücken, was beim Handling großer Hunde von Nachteil ist.

Eine Übersicht über viele verschiedene Brustgeschirr-Schnitte und Modelle und auch die vielen gesundheitlichen Vorteile bei der Verwendung eines Brustgeschirrs findest Du u.a . im Artikel “Ein Plädoyer für das Brustgeschirr” von Britta Homann-Zaun. Auch wenn er von 2010 ist, hat er an Aktualität nichts eingebüßt. Mit einem Klick auf das Foto kannst Du den Artikel als PDF lesen.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist mein absoluter Favorit unter den Brustgeschirren eine Variante des T-Geschirrs, das sogenannte „3-Bein-Brustgeschirr“, bei dem auch nicht mehr die Ausrede gelten kann, dass der Hund für das Brustgeschirr zu groß wäre. Es gibt sie dank Maßanfertigung in allen Farben und Größen bei verschiedenen Anbietern.

Das 3-Bein-Geschirr zeichnet sich dadurch aus, dass der Brustkorb von zwei Brustgurten umschlossen wird. Die beiden Gurte rahmen den Hund ein, sie geben ihm ein besseres Körpergefühl, so dass besonders unsichere Hunde davon profitieren. Der hintere Gurt ist im Durchmesser anatomisch bedingt kleiner, was das Geschirr ausbruchssicher macht. Gerade der hintere Gurt verdient eine besondere Erwähnung: er soll immer noch auf den Rippen aufliegen, so dass die inneren Organe nicht beeinträchtigt werden.

Da je nach Form des Brustkorbs, der Bauchgurt neigt, sich auf die Körperseite zu “verziehen” (erst recht bei “spitzen” Brustkörben wie Windhunde), mag ich besonders das umgedrehte “V” der Windhundgeschirre. Bei dem Foto habe ich es lila markiert (Elias ist ein Hund meines Herzensvereins “Hilfe für Herdenschutzhunde e.V.“), Du kannst es am sitzenden Hund gut sehen.

Gerne lasse ich zwei Ringe zusätzlich einnähen, die auf Neopren aufliegen und somit gepolstert sind: einen direkt in dem Bereich, in dem der Rückensteg mit den Halsgurten zusammenstößt (“Ring Nacken”, und einen in dem Bereich, in dem die Halsgurte an den Bauchgurt stoßen im Bereich des Brustbeins (“Ring Brustbein”). So ist es leichter, noch unerzogene oder sehr ungestüme Hunde selbst bei ungünstigen Bedingungen führen zu können.

Da ich kein Freund von einem Halti oder ähnlichen Kopfhalftern bin, kann man in brenzligen Situationen auf diese Weise über den „Brustbeinring“ führen, ohne die empfindsame Halswirbelsäule zu beeinträchtigen.

Somit ergibt sich für mich die perfekte Geschirrkombi:
– Windhundgeschirr (“Windhund-V”) als
– “3-Bein”-Sicherheitsgeschirr mit
– zusätzlichem Ring im Nacken und
– zusätzlichem Ring an der Brust

Hier findest Du ein Video, dass ich bereits im Juni 2019 für meine Facebook-Gruppe “DOG-InForm – ich halte Dich!” aufgenommen habe. Wie Du siehst, ist das Thema “Brustgeschirr” ein Dauerbrenner…